Jun 11

DCIFUnter diesem Thema wird die nächste Veranstaltung des Deutschen Competitive Intelligence Forums

am Freitag, den 27. Juni 2008 zwischen 11 und 15 Uhr in Walldorf stattfinden.

Gastgeber ist SAP, Freunde und Mitglieder der dcif/SCIP sind herzlich eingeladen! Die Referenten sind Klaus Heinzelbecker (Director Strategic Planning, BASF) und Kai Goerlich (Market & Trend Analyst, SAP). Sie werden inhaltliche und organisatorische Verknüpfungspunkte zwischen CI und Zukunftsmanagement ausleuchten, einen Überblick über den gemeinsamen Informationsraum von CI und Zukunftsmanagement darstellen und Einblicke in die Praxis des Zukunftsmanagements bei BASF geben.

Die Kosten belaufen sich auf moderate 60 Euro für SCIP-Mitglieder bzw. 80 Euro für Nicht-Mitglieder, Studenten sind mit 40 Euro dabei (jeweils zzgl. MwSt.). Weitere Informationen zur Anmeldung und Details zur Anreise finden Sie unter
http://www.dcif.de

Wir bitten um eine rasche Anmeldung, weil die Zahl der Teilnehmer auf 40 beschränkt ist!

written by Andreas Romppel

Apr 26

Donnerstag habe ich einen Abstecher auf die IMEX gemacht, der zentralen Messe der sogenannten MICE-Branche (Meetings, Incentives, Conventions und Events). Melanie Huber hat dort am letzten Tag - quasi als Rausschmeißer, was auch schon viel über den Stellenwert eines Themas aussagt - das einzige Seminar zum Thema Das Web 2.0 als Chance - Mit Weblogs erfolgreich Veranstaltungen begleiten gehalten - ein gut strukturierter Rundumschlag zur gesamten Palette der neuen kommunikativen Möglichkeiten.

IMEX

Bereits im letzten Jahr hatte ich bei Gesprächen festgestellt, dass die Stichworte Weblog, Podcast, Wiki oder Online-Video in dieser Branche meist verständnislose Blicke provozieren - und der Nutzwert dieser Kommunikationswege nicht einmal erahnt wird. Das scheint sich kaum geändert zu haben, selbst die knapp 35 Teilnehmer des Vortrags hatten noch viele grundlegende Fragen. Abgesehen von typischen Web 2.0-Kongressen ist die Nutzung von Blogs zur Vor- und Nachbereitung bzw. Begleitung eines Events immer noch die große Ausnahme. Ich denke, das wird sich in den nächsten Jahren ändern, und zwar in drei Phasen.

1. Phase: Von der Ignoranz zur Ahnung.
Konferenzveranstalter und Professional Conference Organizers (PCOs) verstehen sich als Organisatoren, nicht als Anbieter von Inhalten. Diese mentale Sperre hat historische und praktische Gründe, führt aber dazu, dass ein unglaubliches Umsatzpotenzial bei der Zweitverwertung von Inhalten verschenkt wird. Mir ist schon klar, dass das neben einer grundsätzlichen Bereitschaft zum Umdenken auch den Mut erfordern, neue Wege zu gehen - es könnte sich angesichts von 97% namentlich bekannten Nicht-Teilnehmern an Veranstaltungen aber lohnen.

2. Phase: Von der Ahnung zu Panik.
In dem Augenblick, in dem einzelne Organisatoren anfangen, Chancen in der Zweitverwertung von Inhalten zu sehen, kommt sofort die Angst vor der Selbstkannibalisierung: “Wenn ich alles online stelle, dann kommt doch keiner mehr auf meinen Kongress!” Dann muss man eben intelligente Marketing- und Vertriebskonzepte finden und erfinden! Einschränkung der Auswahl, die Festlegung einer Veröffentlichungsfrequenz oder auch ein zeitlich gestaffeltes Pricing wären dafür die Möglichkeiten. Stattdessen betreibt eine Mehrheit der PCOs noch business as usual, weil sie eine Grundregel der Konkurrenzanalyse nicht beachten: nämlich systematisch nach funktionalen Äquivalenten zur eigenen Dienstleistung Ausschau zu halten und deren Anbieter als potenzielle Wettbewerber ernst zu nehmen.

3. Phase: Web 2.0 als Marketing-Unterstützung.
Das ist meist der Einstieg: wir zeichnen einen Vortrag auf, stellen das Video auf unsere Website und freuen uns, dass wir jetzt auch im Web 2.0 mitmachen. Nur: dass da was zappelt oder quäkt, hat mit Web 2.0 noch herzlich wenig zu tun. Koordinierte, crossmediale Kampagnen mit einem gezielten Einsatz von Interviews mit Referenten zur Vorbereitung einer Konferenz, mit der Aktivierung von Teilnehmern als Ideengeber und Multiplikatoren, mit der Aufzeichnung von Inhalten (am besten Audio, Video und Powerpoint in Kombination), mit einem Konferenzradio, mit der Nutzung dieser Inhalte zur Nachbereitung und zur Kundenbindung sowie über die Koordination eines konferenzbegleitenden Weblogs mit Content aus Publikationen, die jedes Event begleiten.

4. Phase: Die virtuelle Erweiterung der Veranstaltung.
Schon jetzt gibt es eine Vielzahl von meist kostenlosen Möglichkeiten, den Teilnehmern einer Konferenz einen echten Mehrwert für das Networking zu bieten - die Koordination von Gruppen, das Suchen und Finden von Gesprächspartnern, das Auffinden von Locations in der Stadt - per Twitter, Xing, Qype oder Google Maps. Man muss es nur machen. Oder jemanden finden, der es macht, wenn man es nicht selbst versteht.

5. Phase: Vom Marketing zum Umsatz.
Die eben erwähnte Inhalte einer Konferenz können tatsächlich genutzt werden, um neue Geschäftsmodelle jenseits der physischen Präsenz von Teilnehmern an einem bestimmten Ort und zu einer bestimmten Zeit aufzubauen - und damit nicht nur vorhandene Kunden zu binden, sondern völlig neue Kundenschichten zu erschließen. Die Möglichkeit, Inhalte zeitversetzt und ortsunabhängig rezipieren zu können, ist die Voraussetzung dafür, diese Inhalte in völlig neue Kontexte zu stellen und beispielsweise als Bundle mit anderen digitalen Produkten in Form eines Kurses oder im Rahmen einer Weiterbildungsmaßnahme anzubieten. Und diese Möglichkeit eröffnet die Chance, den berühmten Long Tail zu nutzen.

re:publica

Fazit: Die Konferenzbranche wird meiner Einschätzung nach in ihrer Gesamtheit noch etwa 12 bis 18 Monate brauchen, bis diese Potenziale ansatzweise erkannt und in ersten Projekten umgesetzt werden. Was alles möglich ist, kann man exemplarisch an thematisch nahen Veranstaltungen wie der re:publica in Berlin heute schon sehen - bis das allerdings Standard wird, werden vermutlich noch 36 Monate vergehen. Viel mehr aber nicht. Und wer es als Konferenzorganisator bis dahin nicht verstanden hat und anbieten kann, wird weg sein vom Fenster.

written by Andreas Romppel

Apr 18

ZfU-Seminar Business DevelopmentAntworten darauf gibt es vom 4. bis 6. Juni 2008 in Thalwil/Schweiz, denn das Zentrum für Unternehmensführung (ZfU) hat mich als Experten gebucht, um ein Seminar zum Thema Business Development mit Einsichten in Competitive Intelligence zu bereichern. Details zu diesem Seminar gibt es unter http://www.zfu.ch/weiterbildung/seminare/bddt.htm oder wahlweise hier als PDF zum Download.

Das ZfU “versteht sich als ganzheitliche, internationale Business-School mit dem Ziel, dem mittleren und oberen Management eine umfassende, aktuelle „state-of-the art“-Weiterbildung zu bieten”. Die Bemerkung meines DCIF-Kollegen und SCIP-Fellows Rainer Michaeli, dass ich ja wohl jetzt in den Olymp aufgenommen wurde, habe ich erst so richtig verstanden, als ich gelesen habe, dass zum ZfU-Referentenpool z.B. auch Marketing-Professor Philip Kotler, Strategie-Experte Michael E. Porter von der Harvard Business School oder Tom Peters gehören. Und Rainer natürlich.

Das ZfU bietet rund 180 aktuelle Management-Themen in über 400 öffentlichen Lehrgängen, Seminaren und Trainings an, die von etwa 10.000 Teilnehmern jährlich besucht werden.

written by Andreas Romppel

Apr 17

Studie zur IndustriespionageEine umfassende und sehr interessante Studie hat die Firma Corporate Trust zusammen mit dem Handelsblatt und dem Büro für Angewandte Kriminologie in Hamburg im letzten Jahr erarbeitet, die sich mit den Schäden in der deutschen Wirtschaft sowie der aktuellen Bedrohungslage durch Wirtschafts- und Industriespionage befasst. Gefunden habe ich sie über das sehr lesenswerte work.innovation-Blog von Alexander Greisle, die Studie kann als PDF kostenlos beim Handelsblatt heruntergeladen werden.

Neben den üblichen Hochrechnungen, wieviel Schaden durch Spionage entstehen mag, habe ich drei interessante Aspekte entdeckt: die Begriffe Competitive Intelligence, Wettbewerbsanalyse oder auch Konkurrenzanalyse kommen in den ganzen 56 Seiten nicht vor, was mir in diesem Zusammenhang durchaus recht ist - und mich trotzdem mal wieder zum Nachdenken darüber bringt, dass unsere Profession immer noch so unbekannt ist, dass sie nicht einmal in einem falschen Zusammenhang oder wenigstens in Form einer Abgrenzung erwähnt wird. Zweiter Aspekt: eine sehr nützliche Liste mit (meist vernachlässigten) Maßnahmen, wie Arbeitsabläufe besser geschützt werden können:

  • Clean-Desk-Policy
  • Eindeutige Klassifizierung und Kennzeichnung von Firmen- oder Betriebsgeheimnissen
  • Klare Regelungen für den Umgang damit (Kopieren, Weitergabe, Vernichtung etc.)
  • Geheimhaltungsverpflichtungen in den Arbeitsverträgen
  • Sorgfältige Auswahl der Geschäftspartner (Background-Check)
  • Erstellen eines Zugriffsberechtigungskonzeptes für die IT
  • Restriktive Zutrittsberechtigungen für sensible Bereiche (z.B. Forschung & Entwicklung)
  • Klare Anweisungen für den Emailverkehr

Dritter Aspekt: Es gibt offensichtlich eine Spionageversicherung, für die die AIG Europe in der Broschüre wirbt und die ein ziemlich umfassendes Portfolio an Maßnahmen finanziert (Präventionsberatung, Ermittlungskosten, PR-Beratungskosten, oder auch “Rechtskosten zur Abwehr von Spionagevorwürfen gegen das eigene Unternehmen”)…

written by Andreas Romppel

Mrz 28

Sources and Methods-Beitrag zu WikisAugust Jackson weist in einem Beitrag auf dem neuen Ning-Portal zum Thema Competitive intelligence auf einen lesenswerten Beitrag hin, der sich sehr ausführlich mit dem Wie und dem Warum des Einsatzes von Wikis in der Konkurrenzanalyse beschäftigt. Unter dem langen Titel A Wiki Is Like A Room And Other Lessons Learned From 15 Wiki-based, Open Source, Intelligence Analysis Project findet sich die Zusammenfassung eines studentischen Projektes beim Mercyhurst College - Ergebnis:

A wiki is just another tool used to conduct this analysis. To talk about “wiki-based” analysis, in this context, makes about as much sense as talking about “Microsoft Word-based” analysis. In other ways, the differences are significant. Analysts are massively and consistently more productive using a wiki. The reduction in “transaction costs”, while modest in individual terms, quickly add up giving the teams more time to spend analyzing the data and less time spent sorting it our or sending it around to other team members. This results in better, more nuanced, analysis no matter how difficult the problem or how successful the team ultimately is in examining the topic under discussion.

Das widerspricht der Skepsis, mit der andere über dieses Tool urteilen, klingt aber insgesamt überzeugend.

written by Andreas Romppel