Nov 18

Amsterdam Exhibition HallWer öfter bei SCIP-Konferenzen war (und ich mache das jetzt schon seit knapp sieben Jahren), der wird feststellen, dass sich bestimmte Inhalte wiederholen. Was gut für Einsteiger ist, kann dem erfahrenen Praktiker manchmal etwas auf die Nerven gehen - oder eine gute Gelegenheit sein, das Networking auch auf die Zeit während der Sessions auszudehnen, was ja nicht die schlechteste Lösung sein muss.

Trotzdem können altbekannte Konzepte ab und zu auch mal für Aha-Erlebnisse sorgen - mir ging es zumindest so, als mir in einer der Präsentationen der sehr gebräuchliche Myers-Briggs Type Indicator (MBTI) zur psychologischen Einordnung von Akteuren unterkam, und ich mich gefragt habe, ob eigentlich schon mal jemand auf die Idee gekommen ist, dieses Framework für das Verhalten von Unternehmen in Wettbewerbssituationen umzubauen.

Natürlich müssen die Kriterien andere sein, z.B. statt “introvertiert - extrovertiert” vielleicht “produktorientiert - marketingorientiert”, “hierarchisch - kreativ”, “prozess- versus eventorientiert”. Wenn es gelingt, die Kategorien sinnvoll auszuwählen, könnte das eine gute Basis für Szenarien oder auch War Games darstellen. Zumindest hat niemand sofort Einspruch eingelegt, als ich diese Idee in der abschließenden Podiumsdiskussion vorgestellt hatte…

Zweite Idee, die ich dem Kollegen Arie Barendregt verdanke, der die Nutzung von CI in SMEs untersucht hat: Den CI-Cycle mal nicht als (die schon so oft gehörte und kritisierte) Beschreibung eines Prozesses zu verstehen, sondern um eine zeitliche Komponente zu ergänzen und zu einem Spider-Diagramm auszubauen, um es als Analyseinstrument zum Vergleich der CI-Praxis in unterschiedlichen Unternehmen zu nutzen.

Ansonsten: Zwei brillante Keynote-Speaker, eine übersichtliche, aber entspannte Ausstellung, etliche neue Erkenntnisse aus Präsentationen und viele neue Kontakte - was will man mehr? (Na gut, die Schweinegrippe danach hätte nicht sein müssen…)

written by Andreas Romppel

Jun 30

euroforum-s.jpgEuroforum wird ab Herbst einen schriftlichen Lehrgang zum Thema Competitive Intelligence in Kooperation mit dem dcif anbieten. In sieben Kapiteln lernen die Teilnehmer die Grundlagen systematischer und professioneller Konkurrenzanalyse von einigen der kompetentesten Experten in diesem Gebiet, die sich auch in der CI-Community Verdienste erworben haben. Als fachlicher Leiter werde ich unter anderem darauf achten, dass die Inhalte dem SCIP Code of Ethics entsprechen.

Zum Autorenteam gehören Dr. Eduardo Flores Bermudez (Bayer Schering Pharma AG und Vice President von SCIP), Kai Goerlich (SAP), Prof. Dr. Martin Grothe (Complexium, Universität der Künste Berlin), Christian Muth (Ernst & Young), der Unternehmensberater Jörg Praetorius und Jens Thieme (Ciba/BASF, SCIP Board Member, Swiss CI Association).

Außerdem freut es mich, dass wir die Unternehmen LexisNexis sowie Qitera gewinnen konnten, für den Zeitraum des Kurses die Teilnehmer zu unterstützen. Die Kooperation mit dem dcif bezieht sich übrigens nicht nur auf die fachliche Aufsicht - dcif-Mitglieder erhalten zudem einen Rabatt von 10% auf die Kursgebühr.

Weitere Informationen finden Sie unter www.euroforum.de.

written by Andreas Romppel

Jun 19

Für unser aktuelles dcif-Event in Berlin am Dienstag, den 30.6.2009 haben wir einen zweiten Sprecher gefunden:

Apu Gosalia ist Head of Strategic Marketing bei der Fuchs Petrolub AG, einem weltweit tätigen Konzern in der Schmierstoffindustrie. Er wird über den globalen Markt und die Wettbewerbssituation in seiner Branche sprechen und besonders darauf eingehen, wie sich die aktuelle Lage auf die Branche sowie die Praxis der Competitive Intelligence in seinem Unternehmen auswirkt.

Das aktualisierte Programm:

14:00 Uhr - Meet&Greet
14:30 Uhr - Dr. Eduardo Flores Bermudez (Bayer Schering Pharma AG): “Competitive Intelligence in Zeiten der globalen Wirtschaftskrise”
15:30 Uhr - Apu Gosalia (Fuchs Petrolub AG): “Competitive Intelligence in der Schmierstoffindustrie”
16:30 Uhr - Pause mit Fingerfood und Snacks
17:00 Uhr - Podiumsdiskussion: SCIP fusioniert mit dem Frost & Sullivan Institute: Auswirkungen auf die Competitive Intelligence-Community
18:00 Uhr - Ende der Veranstaltung

Im Anschluss an diese Veranstaltung möchten wir uns zu einer informellen Runde in einem der Restaurants in der Nähe zusammensetzen - auch dazu eine herzliche Einladung.

Auch hier noch einmal der Hinweis darauf:  wer 10 Euro drauflegt und für 100 Euro Mitglied im dcif wird, braucht für diese Veranstaltung wie für alle weiteren regulären dcif-Veranstaltungen in den nächsten zwölf Monaten nichts zu bezahlen. Alle anderen zahlen 90 Euro (jeweils inkl. MwSt.) bzw. 45 Euro (Studenten) oder bekommen als SCIP- oder DGI-Mitglieder einen Rabatt von 20%.

Weitere Infos finden Sie unter www.dcif.de, Anmeldung gerne auch bei mir direkt unter romppel [at] dcif [Punkt] de.

written by Andreas Romppel

Mai 28

mergerinfo.jpg

Nach einem dramatischen Appell an die Mitglieder der Society of Competitive Intelligence Professionals, sich an der Abstimmung über den Merger mit dem Frost & Sullivan Institute zu beteiligen, um eine drohende Insolvenz abzuwenden, konnten SCIP-Vorsitzende Martha Gleason sowie CEO Ken Garrison am 22. Mai mit einer gewissen Erleichterung verkünden, dass die Fusion mit 94 Prozent der abgegebenen Stimmen unterstützt wurde.

In der nächsten Phase werde eine interne Überprüfung der Prozesse, Funktionen und Dienstleistungen von SCIP stattfinden, um potenzielle Synergien zu finden. Die Umsetzung werde einige Monate brauchen.

In der Zwischenzeit hat sich bereits eine sehr lebhafte und kreative Diskussion auf der Ning-Plattform entwickelt, die eine Menge an Vorschlägen zu möglichen und notwendigen Veränderungen hervorgebracht hat. Wie man aus dem SCIP-Board hört, werden diese sorgfältig geprüft. Interessanterweise stammen viele der Vorschläge von Leuten, die (schon lange) nicht (mehr) SCIP-Mitglieder sind. Ob sich diese dann auch in eine reformierte und hoffentlich schlagkräftigere Organisation einbinden lassen, muss sich erst noch zeigen.

Der SCIP-Vorstand steht jedenfalls im Moment vor dem Dilemma, sich die für das Krisenmanagement notwendige Geschlossenheit dadurch zu bewahren, indem man sich in der sehr dynamischen öffentlichen Diskussion zurückhält - während genau dies dazu führt, dass der eigene Spielraum schrumpft. Die Zeiten (vor Twitter, Blogs, Wikis und vor allem Social Networks wie in unserem Fall Ning), in denen eine Community über eine Top-Down-Kommunikation informiert wurde und sie darauf lediglich mit relativ geringer öffentlicher Wirkung reagieren konnte, sind endgültig vorbei. Das macht Führungsaufgaben schwerer, deckt Kommunikationsdefizite schneller auf und erweckt den Eindruck, dass jemand, der sich auf notwendigerweise nicht-öffentliche Aufgaben konzentrieren muss, kein Interesse an einer öffentlichen Diskussion hat.

written by Andreas Romppel

Mai 26

In meinem “Konferenzreport” zur Konferenz der Society of Competitive Intelligence Professionals in Chicago habe ich am 12. Mai ein knappes Dutzend Teilnehmer auf einen Parforce-Ritt durch den aktuellen Stand der Konkurrenzanalyse mitgenommen - und gleichzeitig zum ersten Mal ein neues Seminarformat getestet.

Der Konferenzreport soll es ermöglichen, sich über die Zusammenfassung einer Jahreskonferenz einen Überblick zum “State of the Art” einer Management-Disziplin zu verschaffen. Es war nicht ganz einfach, allen Teilnehmern mit ihren doch sehr unterschiedlichen Wissensständen gerecht zu werden - das Feedback war trotzdem überwiegend positiv.

Zur Vorbereitung habe ich auf der wichtigsten internationalen Veranstaltung der Konkurrenzforscher Ende April “mit Seminaraugen” die besuchten Vorträge beobachtet und anschließend alle vorhandenen, etwa 50 Präsentationen nach Highlights durchforstet.

Außerdem habe ich mit jedem einzelnen Aussteller gesprochen, deren Material eingesammelt und durchgeschaut, nach Kategorien zusammengefasst und die Möglichkeit gegeben, sich dieses Material in einer “Mini-Ausstellung” anzuschauen (letzteres kam definitiv zu kurz und wird beim nächsten Mal stärker präsent sein müssen).

Die auf der Konferenz vorgestellten Methoden und Angebote waren recht vielfältig und zudem - abhängig von Unternehmensgröße, Budget, Manpower und vor allem Aufgabenstellung - in sehr unterschiedlichem Maß nützlich. Kompromisse in Bezug auf die Menge der Themen und die Tiefe der Darstellung waren daher unvermeidlich. In Bezug auf strategische Fragen habe ich die höchst interessanten Ansätze aus der Keynote des Beraters und Bestseller-Autors Michael Treacy (”Double-Digit Growth”) weitergegeben.

Ein weiterer Schwerpunkt lag im Bereich “CI 2.0″ - welche Chancen, aber auch welche Veränderungen in der Arbeitsweise von Competitive Intelligence-Professionals sich aus Web 2.0-Anwendungen wie Blogs, Wikis, Social Networks und Microblogging-Diensten wie Twitter ergeben. Außerdem bin ich auf eine der Basistechnologien im Umgang mit Web-2.0-Diensten eingegangen: wie das Tagging von Inhalten sinnvoll geplant und durchgeführt werden kann. Dazu passend hat Carlo Velten von Qitera mit einem neuen Web 2.0-Angebot gezeigt, wie die Suche in Zukunft aussehen wird - nämlich gruppenübergreifend (”Social Search”) , dezentral und damit deutlich effizienter als bisher.

Fazit: Der Konferenzreport konnte Ideen und Impulse geben, einen ersten Einblick in die Welt der Competitive Intelligence bieten und einen Überblick verschaffen - die konkrete Umsetzung muss selbstverständlich im Kontext des jeweiligen Unternehmens geschehen.

written by Andreas Romppel