Feb 07

journalistenbuch.gifKritik an der Arbeitspraxis von Journalisten findet sich in einem neuen Buch des Kommunikationswissenschaftlers Siegfried Weischenberg, das hier von Yvonne de Andrés rezensiert wurde. Sie schreibt:

[quote]

Alarmierende Erkenntnisse der Studie sind z. B. dass die Zeitspanne, die Journalisten täglich mit Recherche verbringen, gegenüber der Studie von 1993 noch abgenommen (1993: 140 Minuten pro Tag; 2005: 117 Minuten) hat. Das Rollenverständnis der Journalisten tendiert außerdem immer stärker dazu, die Öffentlichkeit nur zu informieren. Immer weniger Journalisten verstehen sie sich als Anwälte der Öffentlichkeit bei der Kontrolle von Politik und Wirtschaft (2005: 24%; 1993 noch 37%)… Insgesamt tendieren die Macher der Studie eher zu der skeptischen Erkenntnis, dass wir uns einem Ende des Zeitalters des Journalismus nähern. Statt Information und Recherche nehmen Ökonomisierung und Entertainisierung immer weiter zu. Das sich dramatisch verändernde Selbstverständnis der Journalisten, informieren statt kontrollieren, ist nur ein wichtiger Beleg auf diesem Weg.

Es sind, so Weischenberg, vor allem die kleinen Sünden, die den Journalismus zerstören. „(1.) Da sitzt der politische Korrespondent vor dem Fernsehapparat und schaut Phoenix, statt vor Ort zu sein; (2.) da wird aus Radio-Interviews zitiert, obwohl man davon nur eine karge Agenturfassung kennt; (3.) da werden Zitate aus anderen Medien übernommen - ungeprüft und ohne die Quelle zu nennen; (4.) da werden Erträge aus Pressekonferenzen und journalistischen Massenabfertigungen durch Prominente als „Exklusiv-Interviews“ präsentiert und (5.) sind „Reportagen“ das Ergebnis von „Recherchen“ in der Suchmaschine Google.“ (S. 25)

[unquote]

Dies nur als Nachtrag zu meinem kleinen PR-Kapitel im Buch…

Hier die bibiliografischen Daten: Siegfried Weischenberg u. a., Die Soffleure der Mediengesellschaft, Konstanz 2006, 315 S., ISBN 13: 978-89669-586-4, UVK Verlagsgesellschaft mbH, 19.90 €

written by Andreas Romppel

Mai 28

Im letzten Kapitel komme ich noch einmal auf das Thema Wirtschaftsspionage zurück - und erläutere zunächst, worin die Lücken des traditionellen Sicherheitsparadigmas bestehen. Anschließend beschreibe ich überblicksartig, in welchen Bereichen eine Risikoanalyse zur Abwehr von Spionage- und auch Competitive Intelligence-Aktivitäten des Wettbewerbs durchgeführt werden müssen. Welches Wissen muss geschützt werden? Welche Tipps gebe ich den Mitarbeitern in Bezug auf ihre Kontakte mit Außenstehenden? Bei welchen Events und Prozeduren ist besondere Vorsicht geboten?
Eine knappe, kommentierte Bibliografie rundet das Buch ab.

written by Andreas Romppel

Mai 28

In diesem Kapitel geht es darum, das in den bisherigen Schritten gewonnene Bild vom Wettbewerb bzw. die Antworten auf konkrete CI-Fragen so zu vermitteln, dass Entscheidungen möglich werden. Dabei müssen zunächst Grundfragen geklärt werden (z.B. wen und was will ich mit der Information erreichen), um dann die Frequenz und die Art der Berichte festzulegen. Bei der Vermittlung von Informationen gibt es eine Reihe grundlegender psychologischer und auch einige “politische” Probleme, die dazu führen können, dass die “richtige” Interpretation gefährdet ist - diese werden hier ebenfalls besprochen.

written by Andreas Romppel

Mai 15

Einleitend zitiere und kommentiere ich drei Wahrnehmungsfehler für Wahrheitssuchende, vier Missverständnisse von Missmutigen, fünf Warnungen für Wunschdenker und sechs Ausreden für Ahnungslose, bevor die weiteren Schritte erläutert werden, die da heißen: Bewertung der Quellen, Bewertung der Daten sowie Auswertung der Daten. Eine Analyse hat verschiedene Dimensionen, die ich versuche, mit Metaphern aus der Filmwirtschaft zu erklären: Kinoepos oder Kurzfilm (Auswirkungen der Entscheidung), Roadmovie oder Kammerspiel (geografische Ausdehnung der Recherche), Weitwinkel oder Teleobjektiv (Blickwinkel der Analyse), Zeitlupe oder Zeitraffer (statische Betrachtung eines Momentes oder dynamische Zeitreihen), Multiplex oder Programmkino (Bedürfnis des Rezipienten). Das dicke Ende dieses Kapitels besteht aus einer sehr knappen Zusammenfassung auf fast 50 Seiten, aus welchen unterschiedlichen Analysemethoden Sie wählen können. Um den Leser nicht völlig entmutigt zu entlassen, habe ich noch eine kleine Liste angefügt, in der ich beschreibe, was er oder sie als Anfänger oder Anfängerin alles richtig machen kann.

written by Andreas Romppel

Mai 15

Ausgehend von der Identifizierung von Gesprächspartnern (mit einer dringenden Empfehlung, die Networking-Plattform openBC zu nutzen), gebe ich in diesem Kapitel Tipps zur Kontaktaufnahme mit Quellen, erläutere die Struktur eines Informationsgespräches, führe in verschiedene Elicitation-Techniques ein und beschreibe in einem Exkurs, was man bei der Vorbereitung, Durchführung und Auswertung einer TCI-Operation beachten muss, also einer systematischen Konkurrenzanalyse auf Basis eines Messebesuchs (Trade Show Intelligence). Das Kapitel schließt mit Hinweisen zum ethisch korrekten Verhalten bei der Primärrecherche.

written by Andreas Romppel