Nov 05

Mother Jones-ArtikelBarack Obama wird der nächste Präsident der USA - wie hält er es eigentlich mit dem Thema Intelligence? Das kritische US-Magazin Mother Jones hat nicht nur eine Reihe von Interviews mit ehemaligen CIA-Leuten über das Erbe der Ära Bush in dieser Beziehung geführt, sondern berichtet unter dem schönen Titel “The Spies who Love Obama” darüber, wie der demokratische Kandidat das Thema im Wahlkampf adressierte: ohne öffentliches Aufsehen, aber mit einem beeindruckenden Beraterstab aus “national security professionals who have served in senior leadership, operational and legal positions in the National Security Council, CIA, and defense intelligence agencies, including many who served both Republican and Democratic administrations. Among them: Former CIA deputy director John McLaughlin, former senior CIA operations officers Art Brown and Jack DeVine, retired Ltn. Gen. Claudia Kennedy, retired Ltn. Gen. and former head of the Defense Human Intelligence Service Donald Kerrick, former CIA lawyer and special advisor to the CIA director Kenneth Levitt, former CIA general counsel Jeff Smith, former CIA Near East division chief Robert Richer, and former CIA officer Valerie Plame Wilson…”

Eine Menge Sachverstand also, den man eigentlich eher im anderen Lager verorten würde - auch wenn dieser Beistand nicht so medienwirksam ist wie die öffentliche Unterstützung Obamas durch Colin Powell. Aus dieser Gruppe heraus wurden auch stichwortartig die Prioritäten für eine neue Administration unter Führung von Obama formuliert: “The intelligence community is a complete mess. Intelligence reform—try to fix it. Improve morale. CIA is dysfunctional. Rectify a lot of stuff that was done by executive order in secrecy, and bring more transparency. Better protection of civil liberties. Improve oversight of CIA on these activities.”

Ein weiterer ehemaliger Geheimdienstler sieht ebenfalls die Notwendigkeit für einen tiefgreifenden Wandel: “… this Bush administration has done terrible damage to the intelligence business. They have operated a perpetual campaign, treated intelligence as a political tool, and never fully appreciated why it must be non-partisan and objective and can’t be tampered with.”

written by Andreas Romppel

Aug 22

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Wie die Financial Times gestern schrieb, entdecken jetzt auch die amerikanischen Geheimdienste den Nutzen von Social Communities und versuchen so etwas wie die Quadratur des Kreises. Im Dezember soll eine Website namens A-Space einem erweiterten Nutzerkreis zur Verfügung stehen - und folgt damit einer Reihe von Aktivitäten, die versuchen, die Vorteile des Web 2.0-typischen Austausches von Informationen in die Intelligence-Community zu übersetzen, ohne zuviel Schaden anzurichten:

The DNI has also built an internal collaborative site called Intellipedia, modelled on Wikipedia, the online encyclopedia. It has also created a version of http://del.icio.us, the social book-marking site, for members of the intelligence community. Another tool that has been developed is a national intelligence library, which can be accessed from A-Space.

Die Einwände gegen solche Initiativen liegen auf der Hand: das Risiko, zuviel Informationen preiszugeben, steigt. Gegenargument: in der Vergangenheit hat gerade nicht ein Zuviel, sondern ein Zuwenig an Austausch zwischen den Diensten zu schweren Versäumnissen und Fehlentscheidungen geführt.

Das scheint die Experimentierfreude gesteigert zu haben:

Thomas Fingar, the deputy director of national intelligence for analysis, believes the common workspace – a kind of “MySpace for analysts” – will generate better analysis by breaking down firewalls across the traditionally stove-piped intelligence community. He says the technology can also help process increasing amounts of information where the number of analysts is limited.

Nachdem die Zahl der durch staatliche Stellen gesammelten Informationen offenbar immer rasanter ansteigt (und dabei gravierende Veränderungen für demokratische und rechtsstaatliche Strukturen mit sich bringt), war es nur eine Frage der Zeit, dass sich die auch auf der Analyseseite etwas ändern musste. Ich bin gespannt, ob wir demnächst Success stories aus diesem Bereich zu hören bekommen.

written by Andreas Romppel