Jul 31

ar-forum_kiedrich-2009-2b-small.jpgAnfang des Monats habe ich beim 25. Gründermarkt der Gründerinitiative Forum Kiedrich einen Workshop zum Thema Konkurrenzanalyse gehalten. Die Vorstellungsrunde ergab eine Fülle von Ansatzpunkten (wobei ich das nächste Mal bei knapp 40 Teilnehmern die Erwartungen besser per Zuruf abfragen werde…).

Dass den meisten selbst grundlegende Konzepte der Competitive Intelligence unklar oder schlichtweg unbekannt sind, betrifft nicht nur Gründer… Deshalb weigere ich mich inzwischen, einzelne Tools vorzustellen, ohne wenigstens einen groben Überblick gegeben zu haben, in welchem Zusammenhang und zu welchem Zweck solche Werkzeuge einsetzbar sind. Das reicht von Abgrenzung und Definition der Managementdisziplin CI über einen kurzen Abriss des Intelligence Cycle, ethische Aspekte, den Lebenslauf einer Information bis hin zur Bedeutung von Primärrecherche und Elicitation Techniques. Details dazu kann man natürlich auch gerne in meinem Buch nachlesen.

In Ergänzung zum Workshop habe ich hier ein paar Tools gesammelt, mit denen sich ein Basis-Monitoring schnell und kostenlos einrichten lässt. Für manche sind das banale, für viele (besonders Gründer, die sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren) aber gerne vernachlässigte Möglichkeiten, mit geringem Aufwand die Bewegungen in ihrem Wettbewerbsumfeld zu verfolgen. Das Ganze erhebt natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wer bereit ist, ein wenig Geld auszugeben, kann ein systematisches Monitoring auch einen Level höher bekommen. Das kostet dann vielleicht eine zwei- bis dreistellige Summe pro Monat, ist aber schon deutlich effektiver. Die nächste Stufe der Professionalisierung wäre dann der Aufbau und die Einrichtung eines dedizierten CI-Systems - das kann aber richtig teuer werden und empfiehlt sich auch nur in besonderen Fällen. Gerne gebe ich dazu mein Know-how weiter - z.B. im Rahmen einer Beratung oder auch eines individuellen Trainings on the job.

Konkurrenzanalyse kostenlos: 10 Tools für ein Basis-Monitoring

  1. Basics: Liste mit wettbewerbsrelevanten Keywords erstellen.
  2. Newsalerts: Google Alerts mit Namen von Wettbewerbern und ihren Produkten einrichten.
  3. RSS: Google Reader einrichten.
  4. Blog-Content: Über Technorati.com wettbewerbsrelevante Blogs identifizieren und per Google Reader abonnieren.
  5. Fachpresse: Branchen-News-Feeds auf den Webseiten von Fachzeitschriften und Plattformen abonnieren.
  6. Microblogging-Content: Ein Twitter-Konto einrichten. Tweetdeck herunterladen und installieren. Zusätzliche Channels mit relevanten Suchbegriffen anlegen. Über tweetbeep.com Keyword-Alerts schicken lassen.
  7. Scanning von diversen Web 2.0-Diensten nach Stichworten: Startseite bei Addictomatic.com einrichten, Suchbegriff eingeben und die Seite als Bookmark speichern.
  8. Websites der Wettbewerber I: News-Feeds abonnieren, falls vorhanden.
  9. Websites der Wettbewerber II: Änderungen per Pagehammer.com tracken.
  10. Kostenloses CI-Dashboard: Startseite bei Netvibes.com einrichten und mit den wichtigsten Quellen füllen.

Das ist nur ein erster Schritt - die Inhalte, die ein solches Monitoring liefert, müssen natürlich ausgewertet und gewichtet werden. Wer sie aber als Indikatoren und Ansatzpunkte für eine weitergehende Primärrecherche versteht, ist schon auf dem richtigen Weg…

written by Andreas Romppel

Mai 26

In meinem “Konferenzreport” zur Konferenz der Society of Competitive Intelligence Professionals in Chicago habe ich am 12. Mai ein knappes Dutzend Teilnehmer auf einen Parforce-Ritt durch den aktuellen Stand der Konkurrenzanalyse mitgenommen - und gleichzeitig zum ersten Mal ein neues Seminarformat getestet.

Der Konferenzreport soll es ermöglichen, sich über die Zusammenfassung einer Jahreskonferenz einen Überblick zum “State of the Art” einer Management-Disziplin zu verschaffen. Es war nicht ganz einfach, allen Teilnehmern mit ihren doch sehr unterschiedlichen Wissensständen gerecht zu werden - das Feedback war trotzdem überwiegend positiv.

Zur Vorbereitung habe ich auf der wichtigsten internationalen Veranstaltung der Konkurrenzforscher Ende April “mit Seminaraugen” die besuchten Vorträge beobachtet und anschließend alle vorhandenen, etwa 50 Präsentationen nach Highlights durchforstet.

Außerdem habe ich mit jedem einzelnen Aussteller gesprochen, deren Material eingesammelt und durchgeschaut, nach Kategorien zusammengefasst und die Möglichkeit gegeben, sich dieses Material in einer “Mini-Ausstellung” anzuschauen (letzteres kam definitiv zu kurz und wird beim nächsten Mal stärker präsent sein müssen).

Die auf der Konferenz vorgestellten Methoden und Angebote waren recht vielfältig und zudem - abhängig von Unternehmensgröße, Budget, Manpower und vor allem Aufgabenstellung - in sehr unterschiedlichem Maß nützlich. Kompromisse in Bezug auf die Menge der Themen und die Tiefe der Darstellung waren daher unvermeidlich. In Bezug auf strategische Fragen habe ich die höchst interessanten Ansätze aus der Keynote des Beraters und Bestseller-Autors Michael Treacy (”Double-Digit Growth”) weitergegeben.

Ein weiterer Schwerpunkt lag im Bereich “CI 2.0″ - welche Chancen, aber auch welche Veränderungen in der Arbeitsweise von Competitive Intelligence-Professionals sich aus Web 2.0-Anwendungen wie Blogs, Wikis, Social Networks und Microblogging-Diensten wie Twitter ergeben. Außerdem bin ich auf eine der Basistechnologien im Umgang mit Web-2.0-Diensten eingegangen: wie das Tagging von Inhalten sinnvoll geplant und durchgeführt werden kann. Dazu passend hat Carlo Velten von Qitera mit einem neuen Web 2.0-Angebot gezeigt, wie die Suche in Zukunft aussehen wird - nämlich gruppenübergreifend (”Social Search”) , dezentral und damit deutlich effizienter als bisher.

Fazit: Der Konferenzreport konnte Ideen und Impulse geben, einen ersten Einblick in die Welt der Competitive Intelligence bieten und einen Überblick verschaffen - die konkrete Umsetzung muss selbstverständlich im Kontext des jeweiligen Unternehmens geschehen.

written by Andreas Romppel

Apr 02

Wie bereits auf der dcif-Seite vermeldet, wird vom 4. bis 6. November 2009 die nächste europäische SCIP-Konferenz in Amsterdam stattfinden. Ich arbeite im Organisationskomitee mit, das jetzt für eine Reihe von Themen Sprecher sucht, die innovative und aktuelle Inhalte mitsamt Fallbeispielen mitbringen. Im Einzelnen sind das:

  • Risk Management and Competitive Intelligence
  • CI’s Position: Roles and Responsibilities from Single Practitioner to Multi-National Corporation
  • Ethics and Primary Collection
  • Intelligence 2.0
  • Analysis in Action From So What to What’s Next?
  • Counter Intelligence: Proactive Protective Measures for Sensitive Company Intelligence

Die Veranstaltung steht unter dem Motto “Navigating Risk in Uncertain Times Through CI” und richtet sich an Markt- und Wettbewerbsforscher aus ganz Europa. Ziel ist der Austausch von Ideen, aktuellen Fallbeispielen und neuen Ansätzen im Bereich der systematischen und professionellen Konkurrenzanalyse. amsterdam.jpg

Vorschläge werden noch bis zum 15. April entgegengenommen. Außerdem gibt es wie immer Halbtags- und Ganztagesworkshops, die ebenfalls besetzt werden wollen.

Nähere Informationen sowie den offiziellen “Call for Proposals” finden Sie auf der Website von SCIP unter www.scip.org.

written by Andreas Romppel

Feb 27

SCIP-Konferenz in Chicago

Die wichtigsten Trends und die neuesten Entwicklungen, neue Konzepte und aktuelle Fallbeispiele im Bereich Markt- und Wettbewerbsanalyse - all das wird Ende April wieder auf der Jahreskonferenz der Society of Competitive Intelligence Professionals (SCIP) in Chicago vorgestellt.

Wenn Sie sich über methodische und konzeptionelle Weiterentwicklungen informieren möchten, um Ihre Wettbewerbsanalyse noch systematischer und professioneller zu gestalten - dann sollten Sie an der SCIP-Konferenz in Chicago teilnehmen, dem weltweit wichtigsten Event der Competitive Intelligence-Branche. Hier geht es zum Programm, und hier können Sie sich anmelden.

Aber was, wenn Sie keine Zeit oder keine Ressourcen für Chicago frei haben? Dann buchen Sie einfach meinen halbtägigen Crashkurs - frisch von der weltweit wichtigsten Konferenz, an einem von zwei möglichen Terminen etwa zwei Wochen danach.

Dieser “Interaktive Konferenzreport” wird Anfang Mai in Wiesbaden stattfinden - weitere Einzelheiten und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier.

written by Andreas Romppel

Apr 18

ZfU-Seminar Business DevelopmentAntworten darauf gibt es vom 4. bis 6. Juni 2008 in Thalwil/Schweiz, denn das Zentrum für Unternehmensführung (ZfU) hat mich als Experten gebucht, um ein Seminar zum Thema Business Development mit Einsichten in Competitive Intelligence zu bereichern. Details zu diesem Seminar gibt es unter http://www.zfu.ch/weiterbildung/seminare/bddt.htm oder wahlweise hier als PDF zum Download.

Das ZfU “versteht sich als ganzheitliche, internationale Business-School mit dem Ziel, dem mittleren und oberen Management eine umfassende, aktuelle „state-of-the art“-Weiterbildung zu bieten”. Die Bemerkung meines DCIF-Kollegen und SCIP-Fellows Rainer Michaeli, dass ich ja wohl jetzt in den Olymp aufgenommen wurde, habe ich erst so richtig verstanden, als ich gelesen habe, dass zum ZfU-Referentenpool z.B. auch Marketing-Professor Philip Kotler, Strategie-Experte Michael E. Porter von der Harvard Business School oder Tom Peters gehören. Und Rainer natürlich.

Das ZfU bietet rund 180 aktuelle Management-Themen in über 400 öffentlichen Lehrgängen, Seminaren und Trainings an, die von etwa 10.000 Teilnehmern jährlich besucht werden.

written by Andreas Romppel