Jan 13

amiando.jpg

Wir müssen immer mehr Informationen in immer kürzerer Zeit sichten, verarbeiten, verdichten und bewerten, um auf dieser Basis gute Entscheidungen treffen zu können. Hohe Entscheidungsintelligenz entsteht dann, wenn man die richtigen Tools nutzt und die gewonnen Informationen intelligent bewertet.

Zusammen mit dem Social-Media-Berater und Internetunternehmer Andreas Mertens zeige ich am Donnerstag, den 26. Januar 2012 bei einer Abendveranstaltung im Wiesbadener Gründerzentrum Startblock, wie wir selbst mit Informationen umgehen, diese strukturieren, verdichten und bewerten. Andreas Mertens wird dabei seine Erfahrung im Bereich Social Media Monitoring einbringen, auf Fallstricke und Chancen eingehen und natürlich auch Tools vorstellen. Mein Part wird die Einordnung dieser praktischen Methoden und Tools in den Rahmen einer Wettbewerbsstrategie sein. Wer einen ersten Überblick über diese beiden Themen bekommen möchte - und wie man sie in der Praxis sinnvoll miteinander kombiniert - der ist hier richtig.

Wir starten gegen 18:30 Uhr, werden gegen 19:30 eine kleine Pause einlegen und ab 20:30 Uhr ins Networking übergehen. Eine Kleinigkeit zu essen wird es auch geben. Details zur Veranstaltung sowie die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier.

written by Andreas Romppel

Jan 15

Let’s Talk Knowledge

Ken Sickles beschreibt in seinem Blog Let’s Talk Knowledge, wie sich Twitter und Tweetdeck als Tools für Competitive Intelligence einsetzen lassen. Wer mich kennt, weiß, dass mir dieser Ansatz der Nutzung von kostenlosen Werkzeugen sehr sympathisch ist - nicht, weil es nichts kostet, sondern weil es es in erster Linie eine Frage des Mindsets und der firmeninternen Prozesse ist, ob man Konkurrenzanalyse systematisch, professionell und damit erfolgreich betreibt.

Wer Tweetdeck kennt, weiß,  dass man mit dem Programm verschiedene Twitter-Ströme gleichzeitig in mehreren Spalten darstellen kann.  Ken schlägt vor, drei Kanäle einzurichten: Personen, Unternehmen und Themen bzw. Produkte.

tweetdeck.jpgMit der Einführung von Listen ist es einfacher geworden, Personen auf Twitter zu verfolgen. Eine solche Liste kann Mitarbeiter eines Unternehmens enthalten oder auch Leute, die oft Themen oder Produkte dieser Firma erwähnen oder kommentieren. Mit Tweetdeck kann man nun eine Spalte erzeugen, in der die Tweets einer solche Liste dargestellt werden. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, in einer Spalte alle Tweets zu einem Keyword suchen zu lassen - mit einem @ vor dem Usernamen einer Person bekommt man so alle Botschaften, die an diese Person (öffentlich) gerichtet sind, und einen ganz guten Einblick in die aktuellen Diskussionen dieser Person.

twendly.jpgBei Unternehmen und Themen ist der Vorgang ähnlich. Eine interessante Anwendung, um Experten zu einem Bereich zu finden, ist twendly.com - dort wird u.a. die Häufigkeit der Nutzung bestimmter Stichworte in den letzten 12 Monaten als Maßstab für eine Rangliste genutzt, so dass man nicht nur ein momentanes Bild (wie über eine Twitter-Suche) bekommt.

Bei der Analyse der Ergebnisse hilft Tweetdeck mit kleinen Buttons am Ende jeder Spalte. Damit lässt sich beispielsweise eine Tag-Cloud zu Hashtags und @Einträgen sowie den erwähnten URLs erzeugen. Oder auch ein Filter einrichten.

written by Andreas Romppel

Jul 31

ar-forum_kiedrich-2009-2b-small.jpgAnfang des Monats habe ich beim 25. Gründermarkt der Gründerinitiative Forum Kiedrich einen Workshop zum Thema Konkurrenzanalyse gehalten. Die Vorstellungsrunde ergab eine Fülle von Ansatzpunkten (wobei ich das nächste Mal bei knapp 40 Teilnehmern die Erwartungen besser per Zuruf abfragen werde…).

Dass den meisten selbst grundlegende Konzepte der Competitive Intelligence unklar oder schlichtweg unbekannt sind, betrifft nicht nur Gründer… Deshalb weigere ich mich inzwischen, einzelne Tools vorzustellen, ohne wenigstens einen groben Überblick gegeben zu haben, in welchem Zusammenhang und zu welchem Zweck solche Werkzeuge einsetzbar sind. Das reicht von Abgrenzung und Definition der Managementdisziplin CI über einen kurzen Abriss des Intelligence Cycle, ethische Aspekte, den Lebenslauf einer Information bis hin zur Bedeutung von Primärrecherche und Elicitation Techniques. Details dazu kann man natürlich auch gerne in meinem Buch nachlesen.

In Ergänzung zum Workshop habe ich hier ein paar Tools gesammelt, mit denen sich ein Basis-Monitoring schnell und kostenlos einrichten lässt. Für manche sind das banale, für viele (besonders Gründer, die sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren) aber gerne vernachlässigte Möglichkeiten, mit geringem Aufwand die Bewegungen in ihrem Wettbewerbsumfeld zu verfolgen. Das Ganze erhebt natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wer bereit ist, ein wenig Geld auszugeben, kann ein systematisches Monitoring auch einen Level höher bekommen. Das kostet dann vielleicht eine zwei- bis dreistellige Summe pro Monat, ist aber schon deutlich effektiver. Die nächste Stufe der Professionalisierung wäre dann der Aufbau und die Einrichtung eines dedizierten CI-Systems - das kann aber richtig teuer werden und empfiehlt sich auch nur in besonderen Fällen. Gerne gebe ich dazu mein Know-how weiter - z.B. im Rahmen einer Beratung oder auch eines individuellen Trainings on the job.

Konkurrenzanalyse kostenlos: 10 Tools für ein Basis-Monitoring

  1. Basics: Liste mit wettbewerbsrelevanten Keywords erstellen.
  2. Newsalerts: Google Alerts mit Namen von Wettbewerbern und ihren Produkten einrichten.
  3. RSS: Google Reader einrichten.
  4. Blog-Content: Über Technorati.com wettbewerbsrelevante Blogs identifizieren und per Google Reader abonnieren.
  5. Fachpresse: Branchen-News-Feeds auf den Webseiten von Fachzeitschriften und Plattformen abonnieren.
  6. Microblogging-Content: Ein Twitter-Konto einrichten. Tweetdeck herunterladen und installieren. Zusätzliche Channels mit relevanten Suchbegriffen anlegen. Über tweetbeep.com Keyword-Alerts schicken lassen.
  7. Scanning von diversen Web 2.0-Diensten nach Stichworten: Startseite bei Addictomatic.com einrichten, Suchbegriff eingeben und die Seite als Bookmark speichern.
  8. Websites der Wettbewerber I: News-Feeds abonnieren, falls vorhanden.
  9. Websites der Wettbewerber II: Änderungen per Pagehammer.com tracken.
  10. Kostenloses CI-Dashboard: Startseite bei Netvibes.com einrichten und mit den wichtigsten Quellen füllen.

Das ist nur ein erster Schritt - die Inhalte, die ein solches Monitoring liefert, müssen natürlich ausgewertet und gewichtet werden. Wer sie aber als Indikatoren und Ansatzpunkte für eine weitergehende Primärrecherche versteht, ist schon auf dem richtigen Weg…

written by Andreas Romppel

Mrz 28

Sources and Methods-Beitrag zu WikisAugust Jackson weist in einem Beitrag auf dem neuen Ning-Portal zum Thema Competitive intelligence auf einen lesenswerten Beitrag hin, der sich sehr ausführlich mit dem Wie und dem Warum des Einsatzes von Wikis in der Konkurrenzanalyse beschäftigt. Unter dem langen Titel A Wiki Is Like A Room And Other Lessons Learned From 15 Wiki-based, Open Source, Intelligence Analysis Project findet sich die Zusammenfassung eines studentischen Projektes beim Mercyhurst College - Ergebnis:

A wiki is just another tool used to conduct this analysis. To talk about “wiki-based” analysis, in this context, makes about as much sense as talking about “Microsoft Word-based” analysis. In other ways, the differences are significant. Analysts are massively and consistently more productive using a wiki. The reduction in “transaction costs”, while modest in individual terms, quickly add up giving the teams more time to spend analyzing the data and less time spent sorting it our or sending it around to other team members. This results in better, more nuanced, analysis no matter how difficult the problem or how successful the team ultimately is in examining the topic under discussion.

Das widerspricht der Skepsis, mit der andere über dieses Tool urteilen, klingt aber insgesamt überzeugend.

written by Andreas Romppel

Feb 25

RivalmapDie Beobachtung von Wettbewerbern ist sinnlos, überflüssig oder sogar schädlich - diese Vorurteile liest man regelmäßig, so auch in der Techcrunch-Diskussion anlässlich der Vorstellung des neuen CI-Systems RivalMap. Hauptkritik: man laufe den Konkurrenten nur hinterher und verliere den Fokus auf die eigenen Produkte bzw. Kunden. Ganz blind möchte man trotzdem nicht durch die Welt rennen, und so werden Praktikanten oder Studenten für eine beschäftigungstherapeutisch sinnvolle Grabpflege auf den unternehmensinternen Datenfriedhof geschickt. Dort befinden sich jede Menge in Stein gemeißelte (also schon publizierte) und blumengeschmückte (also PR-technisch frisierte) Basisinformationen, deren Hauptfunktion von symbolischem Charakter ist: Ja, wir behalten unsere Mitbewerber im Auge, aber erst, wenn sie uns nicht mehr überraschen können.

CompetitiousEine sehr knappe, aber sehr präzise Antwort auf dieses Vorurteil hat in der oben genannten Diskussion Kris Rasmussen (der Gründer von RivalSoft hat mit Competitious und RivalMap zwei sehr interessante, webbasierte Lösungen für die Verwaltung von Wettbewerberinformationen auf den Markt gebracht):

“Competitor analysis isn’t about obsessing over who is better or worse than you, it’s about learning more about your market, recognizing ways to differentiate yourself, and serving your customers better.” Besser lässt sich Sinn und Zweck eines CI-Systems in dieser Kürze kaum beschreiben.

Jenseits des Datenfriedhofs gibt es verschiedene Möglichkeiten, wettbewerbsrelevante Informationen zu tracken, zu analysieren und zu bewerten - wer den Thread weiter verfolgt, profitiert von ein paar Einsichten bezüglich der Nutzung von Wikis in diesem Zusammenhang. Die stammen zugegebenermaßen von einem der Beta-Tester von RivalMap - macht aber nix.

ConfluenceHier ein paar Auszüge (Hervorhebungen von mir): “We began an organic collaborative CI effort using a wiki (Confluence) but in my company (very large company), non-technical users found the wiki too difficult to use, for starters, and part of our goal has been to extract even small nuggets of CI from many parts of the company. For me, the raw wiki did not provide the kind of flexibility we needed to execute to our CI vision and needs and we fortunately stumbled upon RivalMap… [which] is the best tool of its kind that we found — and we hired a consultant that for two months evaluated many options — that did not require us to invest in an expensive business intelligence system and the accompanying customization and integration […] A key challenge in any collaborative intel effort is getting the right folks to contribute and comment on new bits of intel — RivalMap has a daily email digest that is distributed to our execs which allows them to passively read updates that the team makes, and then allows them to sign in and make further comments or ask questions when a topic comes online that is of interest or concern — far more effective than email and an excellent tool for folks across functions and geographies. […] and for us anyway, this has actually delivered tangible results in terms of responding to new threats more quickly and more effectively.

Trotzdem - und dieser Hinweis ist gut und wichtig: “If you are skeptical about how effective a tool like this can be for your organization — you’re skepticism is to some degree warranted as this tool alone won’t solve all your CI problems, however in conjunction with competent CI leadership internally” geht’s dann doch.

written by Andreas Romppel