Warum starten Unternehmen mit Competitive Intelligence? Die Kollegen von Aqute haben neulich auf ihrem Blog eine Liste der wichtigsten Anlässe zusammengestellt, die das Management eines Unternehmens dazu bewegen könnten, sich systematisch und professionell mit dem Wettbewerb zu befassen. Dazu gehören Informationsdefizite und Fragen in den folgenden Bereichen:
1. Preisgestaltung und Positionierung: Wieviel kosten die Produkte und Dienstleistungen der Wettbewerber, welche USPs werden im Marketing genutzt?
2. Produktneuheiten: Wann wird welches Produkt mit welchen Features auf den Markt kommen, was muss der Wettbewerber dafür investieren, welches Personal wird gebraucht?
3. Profiling: Wie sieht die Wettbewerbslandschaft insgesamt aus, welche Basisdaten kennzeichnen die Wettbewerbsunternehmen, wer bedient welche Kunden mit welchen Produkten?
4. Infrastruktur: In großen Projekten sind dies Investitionsvorhaben, Lage von Produktionsstätten oder auch das Erstellen von Organisations-Charts. In normalen Projekten möchten Unternehmen Basisdaten z.B. über die Zahl der Mitarbeiter in bestimmten Bereichen oder die Größe des Marketingbudgets.
5. Monitoring: Die Beobachtung laufender Aktivitäten von Wettbewerbern - wenn sie denn tatsächlich professionell und systematisch durchgeführt wird - erfordert ein höheres Maß an Organisationsaufwand als gemeinhin angenommen. Dabei sollte man sich hier nicht von perfektionistischen Vorstellungen abschrecken lassen. In diesem Bereich existiert zwar eine deutliche Korrelation zwischen den eingesetzten Mitteln und der Qualitätstiefe der Ergebnisse - aber auch ein unterdimensioniertes Monitoring immer noch besser als eines, das eine Masse an relevanten Ergebnissen liefert, aber keine Auswirkungen auf die Entscheidungen eines Unternehmens hat.
Neben diesem Engpass ist beim letzten Punkt die Gefahr besonders groß, sich blind auf eine Monitoring-Software bzw. einen automatisierten Monitoring-Service zu verlassen. Denn ohne einen methodisch geschulten Mitarbeiter oder externen Experten, der auf Basis der strategischen Ziele des Auftraggebers zunächst mögliche Quellen identifiziert und dann die Ergebnisse auswertet, strukturiert und das Tool systematisch verfeinert, werden Sie mögliche Wettbewerbsvorteile nicht ausreizen. Gut - als Einäugiger unter Blinden lebt es sich zur Zeit noch ganz gut, noch besser ist aber eine dreidimensionale Sicht, wenn es gelingt, aus zusätzlichen Informationen echte “Intelligence” zu generieren.
[Foto von PhyrePhox via Flickr.]

Wer als CI-Profi unter Zeitdruck steht und rechtfertigen muss, warum bestimmte Dinge nun mal nicht schneller gehen können (und ich kenne keinen Kollegen, dem es nicht so geht), sollte sich den Blog-Post der Autoren Greg Lambert, Laura A. Walter, Mark Gediman und Emily Rushing des 