Mai 29

bermudez.jpg… und das ist durchaus so doppeldeutig gemeint, wie es klingt. Denn wir werden nicht nur Dr. Eduardo Flores Bermudez von der Bayer Schering Pharma AG mit einem spannenden Praxisvortrag zu “Competitive Intelligence in Zeiten der globalen Wirtschaftskrise” hören können, sondern wollen anschließend auch die Gelegenheit nutzen, um mit dem Referenten über die aktuellen Entwicklungen und die Zukunft nicht nur von SCIP, sondern auch von Competitive Intelligence als eigenständiger Disziplin zu diskutieren. Eduardo Flores Bermudez ist als Vice President im Board der Society of Competitive Intelligence Professionals (SCIP) der designierte Präsident des nächsten Vorstands.

Die Daten:

Datum: Dienstag, 30.6.2009 von 14:00-18:00 Uhr
Ort: AZV Logenhaus Berlin, Emser Straße 12-13, 10719 Berlin (www.logenhaus.de )
Teilnahmegebühr: Regulär: 90 €
Studenten (gegen Vorlage eines Ausweises): 45 €
dcif-Mitglieder: 0 €
- Anmeldung per E-Mail an romppel {at} dcif {Punkt} de

Achtung: Mitglieder des dcif müssen für die Veranstaltung nichts bezahlen, weil dies (wie bei allen anderen regulären dcif-Veranstaltungen) mit ihrem Jahresbeitrag von 100 Euro bereits abgedeckt ist. Es lohnt sich also, die Mitgliedschaft zu beantragen - spätestens bei einer weiteren Veranstaltung oder einem mit Partnern (wie SCIP) gemeinsam veranstalteten Events, für die es Rabatte gibt, lohnt sich das schon. Anmeldung zur Mitgliedschaft: unter www.dcif.de.

Im Anschluss an diese Veranstaltung bieten sich - in Laufweite - Lokalitäten am Kurfürstendamm oder am Hohenzollerplatz an, um das Networking in lockerem Rahmen zu vertiefen.

written by Andreas Romppel

Feb 27

SCIP-Konferenz in Chicago

Die wichtigsten Trends und die neuesten Entwicklungen, neue Konzepte und aktuelle Fallbeispiele im Bereich Markt- und Wettbewerbsanalyse - all das wird Ende April wieder auf der Jahreskonferenz der Society of Competitive Intelligence Professionals (SCIP) in Chicago vorgestellt.

Wenn Sie sich über methodische und konzeptionelle Weiterentwicklungen informieren möchten, um Ihre Wettbewerbsanalyse noch systematischer und professioneller zu gestalten - dann sollten Sie an der SCIP-Konferenz in Chicago teilnehmen, dem weltweit wichtigsten Event der Competitive Intelligence-Branche. Hier geht es zum Programm, und hier können Sie sich anmelden.

Aber was, wenn Sie keine Zeit oder keine Ressourcen für Chicago frei haben? Dann buchen Sie einfach meinen halbtägigen Crashkurs - frisch von der weltweit wichtigsten Konferenz, an einem von zwei möglichen Terminen etwa zwei Wochen danach.

Dieser “Interaktive Konferenzreport” wird Anfang Mai in Wiesbaden stattfinden - weitere Einzelheiten und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier.

written by Andreas Romppel

Feb 06

Spiegel-Artikel über Gefahren durch HeadhunterWarum halte ich mich im Rahmen einer Competitive Intelligence-Recherche eigentlich an ethische Richtlinien?  Warum erzähle ich nicht irgendwelche Geschichten, wie dies Headhunter täglich tun? Wer sich mit solchen “Personalberatern” unterhält (oder auch den aktuellen Spiegel-Online-Artikel zu diesem Thema liest), bekommt schnell den Eindruck, als seien die besseren Rechercheure genau diejenigen, die sich ohne Skrupel durch die Landschaft lügen, bis sie beim richtigen Gesprächspartner angelangt sind. Dieser wird mit dem Versprechen eines besseren Jobs und eines weit höheren Gehalts solange gemolken, bis auch die letzte wettbewerbsrelevante Information abgeschöpft worden ist.

Wer diese kurzfristigen “Erfolge” als Beleg für die Gefährdung von Unternehmen durch Angriffe von außen ansieht,  hat durchaus Recht. Und ebenfalls zu Recht weist der im Artikel zitierte Ex-Researcher Peter Romero darauf hin, dass Firmen in den Bereichen Sicherheit und Mitarbeiterschutz “hammernaiv” seien.

Trotzdem möchte ich vor zwei naheliegenden Fehlschlüssen warnen:

Erstens: Wer meint, die beschriebenen Methoden könnten zu einer professionellen, systematischen und zukunftsorientierten Beobachtung der Wettbewerber und des Marktes führen, der irrt sich. Abgesehen von der ethischen Fragwürdigkeit dieser Verhaltensweisen gibt es eine Menge ganz pragmatischer Gründe, “sauber” zu arbeiten (und ethische Standards wie z.B. den SCIP Code of Ethics einzuhalten), auf die man mit ein wenig Nachdenken selbst kommt (oder auch gerne in meinem Buch nachlesen kann).

Zweitens: Wer mit dem Feuerzeug spielt, erzeugt durchaus gelegentlich mal das Strohfeuer eines kurzfristigen Erfolges. Dabei riskiert er aber immer einen Flächenbrand, der in Zeiten, in denen Akteure und Medien immer sensibler auf Datenpannen, Ausspähungen und übereifrige Wirtschaftsdetektive reagieren, richtig teuer werden kann.

Gegen den selbstverschuldeten Verlust seines guten Rufes kann man sich eben nur auf eine Weise versichern: indem man nämlich bereit ist, Ethik und Effizienz als Einheit und nicht als Nullsummenspiel zu begreifen. 

written by Andreas Romppel

Dez 08

Airbus und BoeingLetzten Donnerstag ist eine Airbus-interne, 46-seitige Präsentation von Jon Ostrower in seinem FlightBlogger veröffentlicht worden, die sehr ausführlich die Schwächen der 787 des Konkurrenten Boeing beschreibt. So ausführlich, dass man der CI-Abteilung von Airbus nur gratulieren kann - und es wohl nur eine Frage der Zeit ist, bis sich die Boeing-Anwälte melden werden, zumal einige der Seiten als “Boeing Proprietary” gekennzeichnet sind.

Allerdings: Ob der Besitz dieser Seiten tatsächlich strafbar ist, ist fraglich - schließlich führt eine einfache Google-Suche mit den Parametern  _”BOEING proprietary” filetype:ppt_ zu ein paar Dutzend Präsentationen, die öffentlich zugänglich sind und so nette Zusätze wie “Competition Sensitive” oder “Distribution limited to Boeing personnel only” enthalten. Zu finden sind diese bei Universitäten, Regierungsorganisationen, auf Foren und sogar bei Boeing selbst.

Und außerdem bedeutet - wie einer der Kommentatoren des Blog-Postings richtig bemerkt - “publicly available” nicht automatisch “available to the public” - “if a customer, analyst or other person unaffiliated with Boeing has this document without an NDA preventing disclosure, its legally publicly available if that customer or analyst or whomever can be persuaded to hand it over.” Außerdem sei die Frage, ob ein Dokument gesetzlich geschützt ist, nicht dadurch entschieden, ob man “proprietary” draufschreibt oder nicht - sondern dies wird in einem entsprechenden Gesetz geregelt.

Spannend ist es jedenfalls, die unterschiedlichen Diskussionen dazu zu beobachten - auch wenn da Fragen nach den Methoden der Konkurrenzanalyse munter mit fachlichen Auseinandersetzungen von Experten über die Validität der Inhalte sowie grundsätzliche Debatten über nachlassende Produktionsqualität durch Outsourcing gemischt werden.

Spannend ist auch die Frage, auf welche Weise die Präsentation an die Öffentlichkeit gelangt ist. Ein Leck - oder eine gezielte Indiskretion? Für Letzteres spricht zumindest, dass sich der Bericht ausschließlich auf die Schwächen des Konkurrenten konzentriert, dagegen spricht, dass sowohl der Autor (seines Zeichens Head of Engineering Intelligence beim Future Projects Office von Airbus) als auch sechs Co-Autoren namentlich genannt werden und eine rechtliche Auseinandersetzung über Inhalt und Methodik des Berichts zumindest riskiert wird.

Anyway - einer einer der Blog-Kommentatoren trifft vielleicht den Nagel auf den Kopf: “With all the contractors hanging around in Airbus offices, I have always wondered how they could keep anything confidential. A confidential report is one that can only be accessed by 10 legitimate persons and 100 administrators.”

Das Dokument ist jedenfalls ein Beispiel dafür, wie scharf die Waffe “Competitive Intelligence” ist - besonders die Recherchen bei und über Zulieferer des Wettbewerbers führte offensichtlich zu einer Fülle von höchst interessanten Erkenntnissen, die nicht nur für die eigene Produktion relevant sind, sondern vor allem die Vermarktungschancen des eigenen Produktes erheblich steigern dürften.

written by Andreas Romppel

Dez 03

KfW-MeldungWie schützen sich kleine und mittlere Unternehmen vor ihrer Konkurrenz? Die Meldung ist zwar schon ein paar Tage alt, aber ich bin erst letzte Woche bei der Lektüre der neuesten Impulse-Ausgabe darauf gestoßen: 44% aller KMU halten den Zeitvorsprung vor Konkurrenten für den wichtigsten Schutzfaktor. Eine bessere Steilvorlage kann sich die kleine Gemeinde der Competitive Intelligence-Experten kaum wünschen, denn genau dies ist schließlich einer der wesentlichen Effekte einer systematischen und professionellen Konkurrenzanalyse.

Eine Auswertung der KfW Mittelstandsbank ergab, dass KMU viel lieber “strategische Schutzmechanismen” als rechtliche Instrumente nutzen, wenn es darum geht, Wettbewerber auf Abstand zu halten bzw. ihre Innovationen zu schützen. Die KfW befragt über ihr Mittelstandspanel etwa 10.000 kleine und mittlere Unternehmen (bis zu 500 Mio. EUR) regelmäßig.

Zu “strategischen Schutzmaßnahmen” zählt die KfW Zeitvorsprünge vor den Mitbewerbern (mit den erwähnten 44%), die Geheimhaltung relevanter Informationen (27%) sowie die langfristige Bindung des Personals (24%). Dagegen seien “rechtliche Instrumente wie Patente, Gebrauchsmuster, Schutzmarken oder Urheberrechte” nur für 28% der Unternehmen bedeutsam. Aber auch diese würden strategische Schutzmechanismen “wertschätzen”. Rund ein Drittel der befragten Unternehmen gibt laut KfW an, dass ein Schutz vor Nachahmung nicht möglich sei bzw. für ihr Unternehmen keine Rolle spiele.

Zeitvorsprung durch Konkurrenzanalyse - das muss weder teuer noch besonders zeitaufwändig sein. Schon wenige, wohlüberlegte Maßnahmen führen dazu, auf Basis wettbewerbsrelevanter Hintergrundinformationen schneller als die anderen zu werden. Man muss es nur machen.

written by Andreas Romppel