In meinem “Konferenzreport” zur Konferenz der Society of Competitive Intelligence Professionals in Chicago habe ich am 12. Mai ein knappes Dutzend Teilnehmer auf einen Parforce-Ritt durch den aktuellen Stand der Konkurrenzanalyse mitgenommen - und gleichzeitig zum ersten Mal ein neues Seminarformat getestet.
Der Konferenzreport soll es ermöglichen, sich über die Zusammenfassung einer Jahreskonferenz einen Überblick zum “State of the Art” einer Management-Disziplin zu verschaffen. Es war nicht ganz einfach, allen Teilnehmern mit ihren doch sehr unterschiedlichen Wissensständen gerecht zu werden - das Feedback war trotzdem überwiegend positiv.
Zur Vorbereitung habe ich auf der wichtigsten internationalen Veranstaltung der Konkurrenzforscher Ende April “mit Seminaraugen” die besuchten Vorträge beobachtet und anschließend alle vorhandenen, etwa 50 Präsentationen nach Highlights durchforstet.
Außerdem habe ich mit jedem einzelnen Aussteller gesprochen, deren Material eingesammelt und durchgeschaut, nach Kategorien zusammengefasst und die Möglichkeit gegeben, sich dieses Material in einer “Mini-Ausstellung” anzuschauen (letzteres kam definitiv zu kurz und wird beim nächsten Mal stärker präsent sein müssen).
Die auf der Konferenz vorgestellten Methoden und Angebote waren recht vielfältig und zudem - abhängig von Unternehmensgröße, Budget, Manpower und vor allem Aufgabenstellung - in sehr unterschiedlichem Maß nützlich. Kompromisse in Bezug auf die Menge der Themen und die Tiefe der Darstellung waren daher unvermeidlich. In Bezug auf strategische Fragen habe ich die höchst interessanten Ansätze aus der Keynote des Beraters und Bestseller-Autors Michael Treacy (”Double-Digit Growth”) weitergegeben.
Ein weiterer Schwerpunkt lag im Bereich “CI 2.0″ - welche Chancen, aber auch welche Veränderungen in der Arbeitsweise von Competitive Intelligence-Professionals sich aus Web 2.0-Anwendungen wie Blogs, Wikis, Social Networks und Microblogging-Diensten wie Twitter ergeben. Außerdem bin ich auf eine der Basistechnologien im Umgang mit Web-2.0-Diensten eingegangen: wie das Tagging von Inhalten sinnvoll geplant und durchgeführt werden kann. Dazu passend hat Carlo Velten von Qitera mit einem neuen Web 2.0-Angebot gezeigt, wie die Suche in Zukunft aussehen wird - nämlich gruppenübergreifend (”Social Search”) , dezentral und damit deutlich effizienter als bisher.
Fazit: Der Konferenzreport konnte Ideen und Impulse geben, einen ersten Einblick in die Welt der Competitive Intelligence bieten und einen Überblick verschaffen - die konkrete Umsetzung muss selbstverständlich im Kontext des jeweiligen Unternehmens geschehen.
written by Andreas Romppel