Feb 25

RivalmapDie Beobachtung von Wettbewerbern ist sinnlos, überflüssig oder sogar schädlich - diese Vorurteile liest man regelmäßig, so auch in der Techcrunch-Diskussion anlässlich der Vorstellung des neuen CI-Systems RivalMap. Hauptkritik: man laufe den Konkurrenten nur hinterher und verliere den Fokus auf die eigenen Produkte bzw. Kunden. Ganz blind möchte man trotzdem nicht durch die Welt rennen, und so werden Praktikanten oder Studenten für eine beschäftigungstherapeutisch sinnvolle Grabpflege auf den unternehmensinternen Datenfriedhof geschickt. Dort befinden sich jede Menge in Stein gemeißelte (also schon publizierte) und blumengeschmückte (also PR-technisch frisierte) Basisinformationen, deren Hauptfunktion von symbolischem Charakter ist: Ja, wir behalten unsere Mitbewerber im Auge, aber erst, wenn sie uns nicht mehr überraschen können.

CompetitiousEine sehr knappe, aber sehr präzise Antwort auf dieses Vorurteil hat in der oben genannten Diskussion Kris Rasmussen (der Gründer von RivalSoft hat mit Competitious und RivalMap zwei sehr interessante, webbasierte Lösungen für die Verwaltung von Wettbewerberinformationen auf den Markt gebracht):

“Competitor analysis isn’t about obsessing over who is better or worse than you, it’s about learning more about your market, recognizing ways to differentiate yourself, and serving your customers better.” Besser lässt sich Sinn und Zweck eines CI-Systems in dieser Kürze kaum beschreiben.

Jenseits des Datenfriedhofs gibt es verschiedene Möglichkeiten, wettbewerbsrelevante Informationen zu tracken, zu analysieren und zu bewerten - wer den Thread weiter verfolgt, profitiert von ein paar Einsichten bezüglich der Nutzung von Wikis in diesem Zusammenhang. Die stammen zugegebenermaßen von einem der Beta-Tester von RivalMap - macht aber nix.

ConfluenceHier ein paar Auszüge (Hervorhebungen von mir): “We began an organic collaborative CI effort using a wiki (Confluence) but in my company (very large company), non-technical users found the wiki too difficult to use, for starters, and part of our goal has been to extract even small nuggets of CI from many parts of the company. For me, the raw wiki did not provide the kind of flexibility we needed to execute to our CI vision and needs and we fortunately stumbled upon RivalMap… [which] is the best tool of its kind that we found — and we hired a consultant that for two months evaluated many options — that did not require us to invest in an expensive business intelligence system and the accompanying customization and integration […] A key challenge in any collaborative intel effort is getting the right folks to contribute and comment on new bits of intel — RivalMap has a daily email digest that is distributed to our execs which allows them to passively read updates that the team makes, and then allows them to sign in and make further comments or ask questions when a topic comes online that is of interest or concern — far more effective than email and an excellent tool for folks across functions and geographies. […] and for us anyway, this has actually delivered tangible results in terms of responding to new threats more quickly and more effectively.

Trotzdem - und dieser Hinweis ist gut und wichtig: “If you are skeptical about how effective a tool like this can be for your organization — you’re skepticism is to some degree warranted as this tool alone won’t solve all your CI problems, however in conjunction with competent CI leadership internally” geht’s dann doch.

written by Andreas Romppel

Feb 20

The Point

Der Erfolg gesellschaftlicher oder politischer Kampagnen ist - jenseits aller viralen Effekte - umso höher, je mehr Menschen sich daran beteiligen. Oft beteiligen sich Menschen an Kampagnen aber gerade deshalb nicht, weil der Erfolg eher unsicher ist. Genau dieses Problem adressiert The Point: Jeder Nutzer kann ein Kampagnenziel vorschlagen und gleichzeitig die Anzahl der notwendigen Unterstützer festlegen, die sich gemeldet haben müssen, um eine gemeinsame Aktion überhaupt zu starten. Potenzielle Unterstützer müssen zunächst nicht mehr tun, als ein Versprechen abzugeben: Ja, ich beteilige mich, wenn genug Leute zusammengekommen sind.

Dsa Ganze ist eine faszinierende Kombination der Partizipationskultur des Web 2.0 mit der Idee des “Tipping Point”: The Point verhilft zur Selbstorganisation und visualisiert auf einfache Weise die Erfolgswahrscheinlichkeit. Auf diese Weise werden virale Effekte sozusagen im Sandkasten durchgespielt, bevor sie im wirklichen Leben umgesetzt (oder fallengelassen) werden.

Das spannende dabei ist: Der Initiator kann anonym bleiben, und auch die Gruppengröße ist völlig beliebig wählbar. Deshalb kann eine solche Kampagne nicht nur für politische Ziele oder gegen bestimmte Unternehmen, sondern auch innerhalb von Unternehmen (z.B. zur Verbesserung von Arbeitsbedingungen) gestartet werden. Und führt vielleicht schon dadurch zum Erfolg, weil das Management die steigende Zahl potenzieller Unterstützer zum Anlass nimmt, schon vor dem Ende der Kampagne aktiv zu werden.

Die Macher von The Point sehen drei Anwendungsbereiche: die Formulierung eines Ultimatums zur Unterstützung von Boykotts, die Sammlung von Spenden für einen bestimmten, genau zu beziffernden Zweck und ganz allgemein das Abschließen eines “Sozialen Vertrages”, der ohne eine ausreichende Zahl an Mitstreitern nicht funktionieren würde. Kampagnen können übrigens durch die Zahl der Teilnehmer (den Tipping Point) oder auch zeitlich begrenzt werden. Bin gespannt, wann die erste deutschsprachige Kopie auftaucht…

written by Andreas Romppel

Jan 24

xing1000.jpg

Irgendwann heute war es soweit: die XING-Gruppe zum Thema Competitive Intelligence hat die magische Grenze von 1000 Mitgliedern überschrittten!

written by Andreas Romppel

Jan 22

RivalmapRalf Amann, Mitglied der CI-Gruppe bei XING, hat auf ein neues Angebot hingewiesen, das Web 2.0-Technologien für die Beobachtung von Wettbewerbern nutzt (danke für den Tipp!). Unter der Domain http://www.rivalmap.com/ kann man sich kostenlos einloggen, um das System zu testen. Mit Webspace, SSL-Verschlüsselung und mehr Usern kostet es zwischen 49 und 199 Dollar pro Monat - und ist monatlich kündbar.  Die Einbindung von RSS-Feeds und Alexa-Statistiken scheinen mir bei Competitious besser gelöst, ansonsten auf den ersten Blick eine sehr brauchbare Anwendung.

written by Andreas Romppel

Dez 18

XING-Umfrage

In der XING-Gruppe zum Thema CI habe ich eine kleine Umfrage gestartet und bin gespannt auf die Rückläufer. Die Frage war:

Wenn Sie in einem Unternehmen arbeiten: Nutzen Sie diese Möglichkeiten (systematisch) - oder haben Sie gute Gründe dafür, es nicht zu tun?

Wenn Sie (wie ich) im Bereich Competitive Intelligence beratend tätig sind: Ist bei Ihren Kunden ein Bewusstsein für Chancen und Risiken von Web 2.0-Angeboten vorhanden, oder muss es erst mühsam geweckt werden?

written by Andreas Romppel