Die FAZ berichtet in ihrer Ausgabe vom 9. April 2012 über die neuesten Entwicklungen im mobilen Internet und zitiert dabei aus einer noch unveröffentlichten Studie der Beratungsgesellschaft Sempora, nach der viele die befragten Führungskräfte zwar davon überzeugt seien, “dass das mobile Internet für das eigene Unternehmen erhebliches Potential bietet”, doch jeder Zweite sei sich nicht über die Auswirkungen auf das Geschäftsmodell ihres Unternehmens im Klaren.
Aber das ist noch nicht alles - denn auch hier bestätigen sich erneut die Beobachtungen, die ich als Wettbewerbsanalyst im deutschen Mittelstand fast täglich machen muss: “Knapp zwei Drittel der Unternehmen ist nach eigenem Bekunden nicht bekannt, mit welchen Aktivitäten neue Konkurrenten im mobilen Internet das eigene Geschäftsmodell möglicherweise bedrohen. Offensichtlich nehme fast jedes dritte Unternehmen keine systematische Wettbewerbsanalyse vor…”, wobei mir ein Drittel weit untertrieben zu sein scheint.
Wenn man sich die Stellenanzeigen anschaut, die die einschlägigen Begriffe enthalten, wundert das nicht - Wettbewerbsanalyse scheint in deutschen Unternehmen offensichtlich bestens bei Praktikanten aufgehoben zu sein. Die Einäugigen unter den Blinden suchen immerhin nach Fach- und Führungskräften, die Wettbewerbsanalyse in ihrem Aufgabenspektrum abdecken sollen - trotzdem werden spezielle Kompetenzen dafür aber nur in einem verschwindend geringen Bruchteil der Stellenanzeigen abgefragt.