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Feb 20

The Point

Der Erfolg gesellschaftlicher oder politischer Kampagnen ist - jenseits aller viralen Effekte - umso höher, je mehr Menschen sich daran beteiligen. Oft beteiligen sich Menschen an Kampagnen aber gerade deshalb nicht, weil der Erfolg eher unsicher ist. Genau dieses Problem adressiert The Point: Jeder Nutzer kann ein Kampagnenziel vorschlagen und gleichzeitig die Anzahl der notwendigen Unterstützer festlegen, die sich gemeldet haben müssen, um eine gemeinsame Aktion überhaupt zu starten. Potenzielle Unterstützer müssen zunächst nicht mehr tun, als ein Versprechen abzugeben: Ja, ich beteilige mich, wenn genug Leute zusammengekommen sind.

Dsa Ganze ist eine faszinierende Kombination der Partizipationskultur des Web 2.0 mit der Idee des “Tipping Point”: The Point verhilft zur Selbstorganisation und visualisiert auf einfache Weise die Erfolgswahrscheinlichkeit. Auf diese Weise werden virale Effekte sozusagen im Sandkasten durchgespielt, bevor sie im wirklichen Leben umgesetzt (oder fallengelassen) werden.

Das spannende dabei ist: Der Initiator kann anonym bleiben, und auch die Gruppengröße ist völlig beliebig wählbar. Deshalb kann eine solche Kampagne nicht nur für politische Ziele oder gegen bestimmte Unternehmen, sondern auch innerhalb von Unternehmen (z.B. zur Verbesserung von Arbeitsbedingungen) gestartet werden. Und führt vielleicht schon dadurch zum Erfolg, weil das Management die steigende Zahl potenzieller Unterstützer zum Anlass nimmt, schon vor dem Ende der Kampagne aktiv zu werden.

Die Macher von The Point sehen drei Anwendungsbereiche: die Formulierung eines Ultimatums zur Unterstützung von Boykotts, die Sammlung von Spenden für einen bestimmten, genau zu beziffernden Zweck und ganz allgemein das Abschließen eines “Sozialen Vertrages”, der ohne eine ausreichende Zahl an Mitstreitern nicht funktionieren würde. Kampagnen können übrigens durch die Zahl der Teilnehmer (den Tipping Point) oder auch zeitlich begrenzt werden. Bin gespannt, wann die erste deutschsprachige Kopie auftaucht…

written by Andreas Romppel

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